05.08.2010

away we go.

selten fielen so viele falsche worte wie derzeit.

"wir müssen uns uuuuunbedingt nochmal treffen bevor du weg bist!"

"lass und nochmal schreiben, ja!?"

"ich komm dich dann auf jeden fall besuchen!"

"wie, du bist nächste woche schon weg? dann müssen wir auf jeden fall vorher nochmal was machen!"

bei 80% dieser leute bezweifle ich, dass ich sie überhaupt vor unserem ersten klassentreffen im jahre 20xx noch einmal wiedersehen werde.
und ich weiß nicht einmal, ob mich das traurig stimmen sollte. erlebt haben wir zweifelsohne sehr viel alle zusammen... mit dem manchen mehr als viel, mit dem anderen etwas weniger.
und doch kotzt mich dieses auf einmal aufkommende "gemeinschaftsgefühl" in einzelnen fällen durchaus dezent an. wir haben seit 2 jahren nicht mehr miteinander gewechselt, als höflichkeiten auf der hofpause. also warum sollten wir uns jetzt, wo ich ohnehin bald weg bin, wieder annähern?
auf der anderen seite glänzt die medaille allerdings in einer ganz anderen farbe.
die suche nach einem halt, einer konstanten. zerrissen zwischen heimat und zuhause, neu und alt, bewährt und besser, neugier und furcht. furcht davor, sich von den wirklich wichtigen menschen zu entfernen. was unweigerlich passiert, schon jetzt, wo ich noch in meinem altvertrauten kinderzimmer sitze. der beste freund ist schon weg, und damit ist nicht nur das örtliche weg gemeint. und selbst die schulter des ex-freundes fühlt sich auf einmal wahnsinnig fremd an... und doch bleibt uns nichts, als und auf diese fremde einzulassen... und sie zu einer bekannten zu machen.

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